Leib-Regiment Kurfürst in Bayern

Kurfürstentum Bayern 1756–1763

Leib-Regiment Kurfürst in Bayern, Kurfürstentum Bayern 1756–1763

Der Inhaber des Leib-Regiments war jeweils der amtierende Kurfürst in Bayern. Mit Dekret vom 28. August 1753 wurde das Regiment von bisher 4 Bataillonen mit 4 Grenadier- und 20 Füsilier-Kompanien auf nunmehr 3 Bataillone mit 3 Grenadier- und 12 Füsilier-Kompanien reduziert. Aus den überzähligen Kompanien wurde ein neues Regiment gebildet, das der Kurfürst per Vollzugsordonnanz vom 4. Mai an Generalmajor Joseph Heinrich Freiherr von Pechmann verlieh (SGBH, 121).

Das Leib-Regiments stellte ab April 1757 sein III. Bataillon für den Dienst im Auxiliar-Korps. Im Juli kam das II. Bataillon ebenfalls zum Auxiliar-Korps. Beide Feldbataillone kehrten im Januar 1759 zum Regimentsstandort München zurück und blieben bis zum Ende des Siebenjährigen Krieges in Bayern. Im Jahre 1760 wurden neue Uniformen mit schwarzen Aufschläge und rautenförmigen Knopflochlitzen eingeführt.

Inhaber

  • Max Joseph III. Kurfürst in Bayern, 20. Januar 1745–1777

Kommandeur

  • Oberst Ferdinand Freiherr von und zu Freyen-Seyboltstorff, 1756–1759
  • Generalmajor Joseph Heinrich Freiherr von Pechmann, 1759
  • Generalmajor Johann Christian Joseph Freiherr von Herold, 1759
  • Generalmajor Franz Joseph Cervatius von la Rosée, 27. Juni 1764
  • Oberst Joseph Alexander de Lamotte, 1774

Garnison

  • München (4 Bataillone mit 4 Gren. und 20 Füs. Komp.), 1749
  • München (2 Batl.) und Landshut (2 Batl.), 1751
  • München (3 Bataillone mit 3 Gren. und 12 Füs. Komp.), 1. Oktober 1751

Formation

  • Regimentsstab
  • I. Leib-Bataillon
    • 1. Grenadier-Kompanie
    • 1. (Leib)Kompanie
    • 2. Kompanie
    • 3. Kompanie
    • 4. Kompanie
    • Zwei 3-pfünder Bataillonsgeschütze
  • II. Obristen-Bataillon
    • 2. Grenadier-Kompanie
    • 5. Kompanie
    • 6. Kompanie
    • 7. Kompanie
    • 8. Kompanie
    • Zwei 3-pfünder Bataillonsgeschütze
  • III. Obristen-Bataillon
    • 3. Grenadier-Kompanie
    • 9. Kompanie
    • 10. Kompanie
    • 11. Kompanie
    • 12. Kompanie
    • Zwei 3-pfünder Bataillonsgeschütze

Jeweils zwei Kompanien bildeten eine Division des Regiments, die von den äußeren Flügeln gegen die Mitte abgeteilt wurden. Die Bataillonsgeschütze standen an beiden Flügeln eines einzelnen Bataillons, oder an den Flügeln und zwischen der 3. und 4. Division des Regiments.

Uniform

  • Blauer Rock mit weißen Knöpfen
  • Weißer Kragen
  • Weiße Rabatten mit 8 Knöpfen und Knopflochlitzen rechts und links
    3 Knöpfe und Knopflochlitzen unter den Rabatten rechts und links
  • Weiße Aufschläge mit drei Knöpfen und Knopflochlitzen
  • Weiße Schoßumschläge
  • Weiße Schulterklappe (Achseldragoner) links
  • Schwarze Halsbinde
  • Weißes Kamisol mit weißen Knöpfen
  • Weiße Hosen
  • Schwarze Gamaschen mit weißen Knöpfen
  • Schwarzer Dreispitz mit weißer Borte, schwarzer Kokarde, weiß-blauem Büschel (SGBH, 291), und Kompaniezeichen (SGBH, 293)
  • Die Füsiliere des Leib-Regiments hatten Patronentaschen mit Messinggranaten, wie sie sonst nur bei Grenadieren üblich waren.
  • Dunkelbraune Fellmütze für Grenadiere, mit rotem Sack, weißer Litze und Puschel
  • Bis 1760 trugen die Trommler Uniformen mit gewechselten Farben und schwarz-blauer, diagonal angeordneter Litze. Das Leib-Regiment nahm 1760 schwarze Abzeichen mit weißer Litze an. Trommler trugen die neue Uniform ebenfalls, also nicht mehr mit gewechselten Farben, aber mit der alten Litze.
  • Diensthabende Offiziere trugen goldene Ringkragen
  • Offizierspferde hatten dunkelblaue (später hellblaue) Schabracken mit weißer Borte (SGBH, 308), und ebensolche Schabrunken über den Pistolensäckeln.
Leib-Regiment Kurfürst in Bayern. Prinz August 40 mm Zinnfiguren.

Die abgebildeten 40 mm Zinnfiguren von Prinz August zeigen das Leib-Regiment in der blauen Uniform mit schwarzen Abzeichen und rautenförmigen Knopflochlitzen, die ab 1760 getragen wurde. Die Figuren sind für das Spielsystem Volley & Bayonet auf ein 100 mm breites und 50 mm tiefes Brettchen montiert.

Feldzugsgeschichte

  • Mobilmachung des III. Bataillons für den Dienst im Auxiliarkorps, 6. April 1757
  • Das II. Bataillon wird dem Auxiliarkorps nachgesandt, 25. Juli 1757
  • Belagerung von Schweidnitz, 1757
  • Schlacht von Breslau, 1757
  • Schlacht bei Leuthen, 1757
  • Einnahme von Troppau, 1758
  • Belagerung von Olmütz, 1758
  • Belagerung von Neiße, 1758
  • Rückkehr aus dem Felde, Januar 1759

Verbleib

  • 10. Bayerisches Infanterie-Regiment König, 1902
  • 20. (Bayerisches) Infanterie-Regiment, 5. Kompanie, 1921

Bibliographie

Fragen und Antworten

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Bayerische Armee im Siebenjährigen Krieg