Soest

Soest (spr. sōst), Kreisstadt im ehem. preußischen Regierungsbezirk Arnsberg, in einer fruchtbaren Ebene (Soester Börde), Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Soest-Seesen-Börßum, Düsseldorf-Hagen-Soest, Hamm-Soest u. a., 98 m ü. M., hat sechs evangelische Kirchen (darunter die gotische, 1314 begonnene, 1846 restaurierte Wiesenkirche), einen katholischen Dom, eine Synagoge, ein evangelisches Schullehrerseminar, ein Predigerseminar, eine landwirtschaftliche Winterschule, eine Taubstummen- und eine Blindenanstalt, zwei Waisenhäuser, ein Versorgungshaus für gefallene Mädchen, ein Amtsgericht, zwei Spezialkommissionen, eine Reichsbanknebenstelle, ein Puddel- und Walzwerk, Fabrikation von Zucker, Nieten, Hüten, Seife, Zigarren, Blechwaren und landwirtschaftlichen Maschinen, Bierbrauerei, Gerberei, Branntweinbrennerei, Molkerei, Ziegelbrennerei und (1905) 17.394 Einwohner, davon 7234 Katholiken und 232 Juden.

Im Mittelalter eine der angesehensten und reichsten Hansestädte mit reichsstädtischen Rechten und einer starken Bevölkerung. Ihr Stadtrecht (jus Susatense), zuerst zwischen 1144 und 1165 ausgezeichnet, wurde auf viele andere Städte, Lübeck, Hamburg etc., übertragen. Nach Auflösung des Herzogtums Sachsen 1180 besaß der Erzbischof von Köln das Schultheißenamt daselbst, während den Grafen von Arnsberg bis 1278 die Vogtei (Blutbann) zustand. Unter dem Erzbischof Dietrich von Köln entzog sich die Stadt der erzbischöflichen Botmäßigkeit, begab sich 24. Okt. 1441 unter den Schutz Adolfs, Herzogs von Kleve und Grafen von der Mark, und veranlasste dadurch 1444 eine langwierige Belagerung (Soester Fehde). Infolge päpstlicher Entscheidung kam Soest mit der Börde 1449 unter die Landeshoheit des neuen Herzogs von Kleve, Johann.

Im Siebenjährigen Krieg ereigneten sich bei Soest mehrere Gefechte zwischen französischen Truppen und den Alliierten unter Ferdinand von Braunschweig.

Bibliographie

  • »Soest, seine Altertümer und Sehenswürdigkeiten« (Soest 1890)
  • »Zeitschrift des Vereins für die Geschichte von Soest und der Börde« (Soest 1882 ff.)
  • »Chroniken der deutschen Städte«, Bd. 21 und 24 (Leipz. 1889 u. 1895)
  • Hansen: Zur Vorgeschichte der Soester Fehde (Trier 1888)
  • Ludorff und Vogeler: Kunstdenkmäler des Kreises Soest (Soest 1905)
  • Pechel: Die Umgestaltung der Verfassung von Soest 1715 bis 1752 (Götting. 1905)
  • Schmitz: Denkwürdigkeiten aus Soests Vorzeit (Leipz. 1873)
  • Schmitz: Die mittelalterliche Malerei in Soest (Soest 1906)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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