British 42nd (Royal Highland) Regiment Flank Company, 1808–1815

Testbericht der 1:72 Figuren von Italeri

Britisches 42nd (Royal Highland) Regiment Flank Company, 1808–1815, 1:72 Figuren Italeri 6004

Highlander Grenadiere und leichte Infanterie unterschieden sich von den Soldaten der Zentrumskompanien dadurch, dass sie für die gefährlicheren Einsätze verwendet wurden. Von den Grenadieren erwartete man, dass sie einen Angriff anführten und dem Bataillon zum Durchbruch verhalfen, bzw. feindlichen Angriffen mit besonderem Mut widerstanden. Aufgabe der leichten Kompanie war es, feindliche Plänkler und Schützen vom Bataillon fernzuhalten, bzw. das Schützengefecht zum Gegner zu tragen.

Auf den ersten Blick wirken die Italeri Figuren stark karikiert, ein Eindruck, der vielleicht durch die ungewöhnliche Pose des stürmenden Highlanders (der Mann ist Passgänger) und die übertrieben breitbeinige Stellung des Sergeanten sowie des Bajonettfechters verstärkt wird. Dabei sind die Figuren den historischen Vorbildern des 42nd (Royal Highland) Regiment (Black Watch) sehr gut nachempfunden.

Inhalt

50 Figuren in 15 Posen – 23 mm entsprechen 166 cm Körpergröße

  • Offizier mit Fahne
  • Unteroffizier (2)
  • Pfeiffer mit Dudelsack
  • 46 Grenadiere oder leichte Infanteristen:
    • Highlander im Stillgestanden (5)
    • Highlander, avancierend (5)
    • Highlander mit gefälltem Bajonett, fechtend (5)
    • Highlander mit gefälltem Bajonett, abwartend (3)
    • Highlander, stehend schießend (5)
    • Highlander, kniend schießend (5)
    • Highlander, kniend, Patrone nehmend (4)
    • Highlander, stehend, Patrone aufbeißend (4)
    • Highlander, stehend, Ladestock ausziehend (3)
    • Highlander, stürmend (3)
    • Highlander mit Kopfverband (2)
    • Highlander, verwundet (2)

Bewertung

Große Detailfülle. Kilts, Karomuster und Federn an der Kopfbedeckung, Socken und Gamaschen, Litze, Borte, Schwalbennester und Metallteile sind deutlich herausgearbeitet. Die tiefen Falten und Linien im Kilt sind eine wertvolle Hilfe bei der Bemalung.

Uns hat gefallen, dass zwei Drittel der Figuren gefechtsmäßig, also ohne Tornister, dargestellt sind. dass ausgerechnet der stehende Schütze den Tornister trägt, der vor ihm kniende Schütze aber ohne Gepäck kämpft ist unverständlich: Wenn "Tornister ablegen" befohlen ist, dann gilt es für alle Soldaten der Einheit. Wir hätten uns stattdessen einen marschierenden Highlander mit Tornister und geschultertem Gewehr gewünscht, eine Pose die man fern vom Schlachtfeld in marschierenden Abteilungen formieren kann.

Brauchbare, historische Posen. Fechtende und in Linie feuernde Grenadiere überwiegen, es sind aber auch geeignete Plänkler dabei, die als leichte Infanterie bemalt werden können.

Gelungener Offizier mit Kompaniefahne, ebenfalls gefechtsmäßig, mit langer Hose anstelle des Kilts.

Gute Gussqualität, kaum Gussnähte. Der im "Achtung" stehende Grenadier zeigt allerdings leichte Gussfehler an der Nahtstelle zwischen Gewehrkolben und linkem Arm, die beim Bemalen kaschiert werden können.

Wenn weniger Posen für die Grenadiere und leichten Infanteristen verwendet worden wären, hätte man der Packung noch Soldaten der Zentrumskompanien beilegen und das komplette 42. Highland Regiment anbieten können. Bataillone der britischen Infanterie bestanden aus 10 Kompanien, davon acht Zentrums- und zwei Flankenkompanien. Demnach benötigt der historisch interessierte Sammler 40 Highlander, 5 Highlander Grenadiere und 5 Highlander der leichten Kompanie je Schachtel. Wer die angebotenen Figuren in historischen Formationen aufstellen möchte, wird die Schwalbennester der Italeri Figuren entfernen und auf diese Weise die Zentrumskompanien herstellen.

Die Kopfbedeckung wurde nur beim 42. Regiment getragen, der Schnitt der Federn unterscheidet sich deutlich von dem der 79. (Cameron) und 92. (Gordon) Highlander. Die 42er sind das wohl berühmteste britische Infanterieregiment, jedoch gab es so wenige von Ihnen, dass der Figurenbedarf des Wargamers bereits mit einer Schachtel gedeckt ist.

Irreführender Bemalungsvorschlag auf der Verpackung. Die dargestellten Soldaten stammen von einer Zentrumskompanie des 42. Regiments. Anstelle der Schwalbennester tragen sie übertrieben groß dargestellte Wollpuschel, außerdem rote Federbüsche und schwarze Kokarden an der Kopfbedeckung. Grenadiere des 42nd Royal Highland Regiments erhielten die bei königlichen Regimentern üblichen, blauen Schwalbennester mit weißer Borte und kurzen Fransen aus Wolle, außerdem weiße Federbüsche mit roter Spitze und rote Kokarden darunter. Grenadiere trugen den gezeigten Kilt, jedoch mit zusätzlichen, roten Streifen. Leichte Infanteristen dieses Regiments trugen ebenfalls blaue Schwalbennester mit weißer Borte, jedoch ohne Fransen, grüne Federbüsche mit roter Spitze und grüne Kokarden mit rotem Rand. Trommler unterschieden sich durch gelbe Federbüsche mit roter Spitze und die Kokarde darunter in Rot und Schwarz.

Historische Verwendung

  • Flankenkompanien des 42nd (Royal Highland) Regiment (Black Watch) 1808-1815

Interessante Umbauten

  • Infanteristen der Zentrumskompanien des 42nd (Royal Highland) Regiment (Black Watch). Bei diesem Umbau werden die Schwalbennester an den Schultern entfernt, nur ein kleiner Wollpuschel bleibt am Ende der Schulterklappe stehen.
  • 79th New York Volunteers 1861. Diese amerikanischen Highlander dienten in der Unionsarmee, sie kämpften bei Bull Run, zeichneten sich bei der zweiten Schlacht am Bull Run durch große Taperkeit aus und nahmen an 59 weiteren Gefechten teil. Ihre Uniform war den schottischen Cameron Highlandern nachempfunden, jedoch dunkelblau und ohne Aufschläge, mit roter, hellblau umrandeter Aufschlagpatte am Ärmel und rotem Kragen mit hellblauer Umrandung. Kilts und Trews im Muster des Cameron of Erracht Tartan wurden nur zur Parade getragen, dazu der Glengarry, eine Art Schiffchen, als Kopfbedeckung. Im Felde wurden die allgemein üblichen hellblauen Hosen und dunkelblauen Käppis angelegt. Die Italeri Figuren ohne Tornister eignen sich sehr gut für den Umbau, allerdings müssen die Schwalbennester an den Schultern entfernt werden.
  • 79th (Cameron) Highland Regiment; in der Kopfbedeckung der ESCI Highlander.
  • 92nd (Gordon) Highland Regiment; in der Kopfbedeckung der ESCI Highlander.
42nd Highlanders, The Black Watch
42nd Highlanders, The Black Watch

Soldaten der Grenadier- und einer Zentrumskompanie des 42nd (Royal Highland) Regiment (Black Watch), fotografiert während der Schlacht bei Waterloo, 16.-18. Juni 1995, anlässlich des 180. Jahrestages der historischen Begegnung. Am rechten und linken Flügel der Infanterie Bataillone standen die Soldaten der Flankenkompanien, die Grenadiere, bzw. leichten Infanteristen. Diese Elitesoldaten trugen Schwalbennester an den Schultern und verschiedenfarbige Federbüsche an der Kopfbedeckung. Die Grenadierkompanie stand in der Linie rechts, die leichte Kompanie links oder in Schützenkette plänkelnd, vor dem Bataillon.

Die Highlander von Italeri sind eine willkommene Ergänzung der ESCI Highlander. Beiden Sets fehlen die Zentrumskompanien, deren Umbau allerdings keine schwierige Aufgabe darstellt. Highlander sind populär, aber selten: In der britischen Armee gab es nur drei Regimenter im Kilt, davon zwei in der Kopfbedeckung der ESCI Figuren und das berühmte 42. Regiment in der eigentümlichen Kopfbedeckung der nun vorliegenden Italeri Highlander. Das Muster im Kilt der ItaleriFiguren ist so deutlich vorgezeichnet, dass das korrekte Bemalen flott von der Hand geht.

Bibliographie

Italeri Figuren

Fragen und Antworten

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Britische Figuren der Napoleonischen Kriege