Garde zu Fuß

Kurfürstentum Sachsen, 1756–1763

Garde zu Fuß, Kurfürstentum Sachsen 1756–1763

Die Garde zu Fuß wurde 1670 errichtet. Regimentsinhaber der Leibtruppen war stets der amtierende Kurfürst, ab 1806 der König von Sachsen. Kommandeur der Garde war ein Offizier im Generalsrang, der einen Oberst oder Oberstleutnant als stellvertretenden Kommandeur unter sich hatte. Die Mannschaften des Regiments Garde zu Fuß wurden nach der Kapitulation Sachsens in die preußische Armee übernommen und dienten dort bis 1757 als Infanterie-Regiment v. Blanckensee (Nr. 52) weiter.

Viele der zwangsverpflichteten Sachsen desertierten bald und gelangten über Böhmen und Polen nach Ungarn, wo ab 1757 eine neue sächsische Armee unter Generalleutnant Prinz Xaver von Sachsen aufgestellt wurde. Das Regiment Garde zu Fuß erhielt im März 1758 neue Fahnen und nahm an den Feldzügen der Kaiserlichen Reichsexecutions- und Combinierten Französischen Armée teil.

Inhaber

  • Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen

Kommandeur

  • Generalmajor Noe de Crousatz, 1756–1759
    • Oberst von Winkelmann, 1756
    • Oberstleutnant von Götz, 1757–1759
  • Generalleutnant Noe de Crousatz, 1759–1763
    • Oberst von Götz, 1759–1763

Garnison

  • Zeitz (Elster), 1756

Formation

  • Regimentsstab
  • I. Bataillon
    • 1. Grenadierkompanie
    • 1. (Leib)Kompanie
    • 2. Kompanie
    • 3. Kompanie
    • 4. Kompanie
  • II. Bataillon
    • 2. Grenadierkompanie
    • 5. Kompanie
    • 6. Kompanie
    • 7. Kompanie
    • 8. Kompanie

Das Regiment wurde 1757 in Ungarn mit nur einem Bataillon wieder aufgestellt.

Uniform

  • Weißer Rock mit gelben Knöpfen
  • 6 Knöpfe und Knopflöcher rechts und links
  • Rote Aufschläge mit zwei Knöpfen
  • Rote Schoßumschläge
  • Rote Schulterklappe
  • Rote Halsbinde
  • Rotes Kamisol mit gelben Knöpfen
  • Weiße Hosen
  • Schwarze Gamaschen mit gelben Knöpfen
  • Schwarzer Dreispitz mit weißer Borte, und rot/weißem Puschel
  • Ab 1756 Grenadiermütze preußischen Typs mit weißmetallenem Frontblech, weißem Kranz mit gelben Granaten, rotem Sack mit weißer Litze, und rotem Puschel. Ab 1757 trugen die Grenadiere der neuen sächsischen Regimenter Hüte mit weißer Borte, wie die Musketiere. 1761 wurden österreichische Fellmützen eingeführt.
  • Trommler trugen Uniformen mit gewechselten Farben, bordierte Schwalbennester, und Ärmellitzen in der Farbe der Knöpfe
  • Offiziere trugen weiße Halsbinden, silberne Ringkragen und silberne, mit karmesinroten Fäden durchwirkte Schärpen

Figuren

Feldzugsgeschichte

  • Feldzug in Sachsen, 1756
  • Kapitulation bei Pirna, 1756
  • Neuaufstellung in Ungarn, 1757
  • Feldzüge am Rhein, 1758–1763
  • Schlacht bei Lutterberg, 1758
  • Schlacht bei Bergen, 1759
  • Schlacht bei Minden, 1759
  • Schlacht bei Langensalza, 1761
  • Zweite Schlacht bei Lutterberg, 1762

Verbleib

  • Kgl. Sächs. 1. (Leib)-Grenadier-Regiment Nr. 100, 1902
    • 10. (Sächsisches) Infanterie-Regiment, 1. Kompanie, 1921
  • Kgl. Sächs. 2. Grenadier-Regiment Kaiser Wilhelm, König v. Preußen Nr. 101, 1902
    • 10. (Sächsisches) Infanterie-Regiment, 3. Kompanie, 1921

Die Grenadiere des Regiments Garde zu Fuß dienten 1756 mit den Grenadieren des Infanterie-Regiments Graf Brühl im Grenadier-Bataillon Bennigsen.

Fragen und Antworten

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Die Sächsische Armee im Siebenjährigen Krieg