Friedrich Michael, Pfalzgraf von Zweibrücken-Birkenfeld

Friedrich Michael, Pfalzgraf von Zweibrücken-Birkenfeld

Friedrich Michael, Pfalzgraf von Zweibrücken, Generalissimus der Reichsarmee, ist geboren zu Rappoltsweiler am 27. Februar 1724 als der zweite Sohn des seit 1717 im Herzogtum Zweibrücken regierenden Christian’s III. Wie sein älterer Bruder Christian wurde er im Bekenntnis der Eltern, dem lutherischen, auferzogen. In den Jahren 1737 bis 1740 studierten die beiden Prinzen an der Universität Leyden. Schon als zehnjähriger Knabe hatte Friedrich Michael von Ludwig XV. das Patent eines Inhabers und Obersten des in Straßburg liegenden Regiments Royal Alsace erhalten. 1741 trat er wirklich in französischen Heeresdienst ein und nahm unter Belle-Isle am Feldzug in Österreich und Böhmen teil. Im Treffen bei Eger und während der Belagerung von Prag bewährte er sich als tapferer Offizier. 1743 focht er als französischer Brigadegeneral in Bayern, 1744 im Elsass, 1745 wurde er als maréchal de camp des Prinzen von Conti zur Rheinarmee versetzt.

Am 6. Februar 1746 vermählte er sich mit der am kurpfälzischen Hofe erzogenen Prinzessin Maria Franziska Dorothea, Tochter des sulzbachischen Erbprinzen Joseph Karl. Ludwig XV. sandte als Hochzeitsgeschenk das Patent eines Generallieutenants, doch am 27. Februar 1746 ernannte Kurfürst Karl Theodor den Schwager „auf gut Vertrauen und Glauben, so er zu Sr. Liebden gestelle“, zum Generaldfeldmarschall und kommandierenden Generalissimus über sämmtliche pfälzische Truppen zu Ross und zu Fuß – etwa 12.000 Mann – wie auch über die Leibgarde zu Pferd und die Schweizer Leibgarde. Gleichzeitig trat Christian IV. von Zweibrücken seinem Bruder die Grafschaft Rappoltstein ab. Das Gebiet umfasste fünf Städte und einige dreißig Dörfer mit ungefähr 32.000 Einwohnern, war jedoch nur zum kleineren Teil Allodialgut, während der größere Teil von der Krone Frankreich und den Hochstiften Basel und Straßburg zu Lehen ging.

Großes Aufsehen im Reich erregte es, dass Friedrich Michael am 8. Dezember 1746 in Düsseldorf öffentlich zum katholischen Bekenntnis übertrat. Der Beichtvater Karl Theodor’s, der Jesuitenpater Franz v. Seedorf, veröffentlichte aus diesem Anlass eine Schrift über die „fürnehmsten Bewegursachen, kraft deren der durchlauchtigste Fürst und Herr Friedrich, Pfalzgraf bey Rhein etc. sich entschlossen, mit der hl. catholischen, apostolischen Römischen Kirche sich wieder zu vereinigen“. (Das Original ist in französischer Sprache abgefasst und 1747 in Lüttich erschienen.) Danach wäre die Bekehrung nur auf eine gründlichere Aufklärung über die Glaubenslehren zurückzuführen, wie sie dem Prinzen durch Pater Seedorf hauptsächlich mit Zugrundelegung der Schriften Bossuet’s zu teil wurde. (Der Kanzler Pfaff zu Tübingen schrieb eine Widerlegung der Seedorf’schen Briefe; auch andere Theologen mischten sich in den dogmatischen Streit.) Nach einer anderen Version wäre dem Prinzen bei seiner Vermählung das Versprechen, zum Katholizismus überzutreten, abgefordert worden, und die Rücksicht auf die ansehnliche Rente der Braut hätte ihn zur Nachgiebigkeit bewogen (Arnold Schäfer). Von wichtigerem Einfluss war jedenfalls die Erwägung, dass die Konversion ein wichtiges Hindernis eines Anfalles der pfälzischen und bayerischen Kurlande an die erbberechtigte Linie Zweibrücken-Birkenfeld wegräumte; aus diesem Grunde trat ja später auch Christian IV. zur katholischen Kirche über.

In Zusammenhang mit dem Religionswechsel steht die Reise nach Rom, die Pfalzgraf Friedrich Michael unter dem Namen eines Grafen v. Sponheim im November 1750 antrat. Der Aufenhalt in Italien fand einen Chronisten in der Person des im Gefolge mitreisenden Lieutenants Karl Jörg; das im Münchener Hausarchiv verwahrte Tagebuch Jörg’s ist 1892 von Trost und Leist herausgegeben worden. Es erhellt daraus, mit welch besonderen hohen Ehren der fürstliche Konvertit in Rom aufgenommen wurde; Papst Benedikt XIV. selbst firmte den Prinzen und bewog ihn, zu seinem Taufnamen auch noch den Namen des bayerischen Schutzheiligen Michael anzunehmen. Nach der Rückkehr wurde dem Pfalzgrafen 1753 von Kurfürst Karl Theodor die Statthalterschaft im Herzogtum Jülich, vom Oberrheinischen Kreis 1754 die Stelle eines Generalfeldmarschalls übertragen.

Wichtigere Aufgaben brachte ihm der Ausbruch des Siebenjährigen Krieges. Da er schon im Österreichischen Erbfolgekrieg als tapferer Offizier und in den Friedensjahren als Regenerator der kurpfälzischen Armee sich hervorgetan hatte, wurde ihm vom Wiener Hofe nahe gelegt, in kaiserliche Dienste zu treten. Er focht im böhmischen Feldzug unter Karl von Lothringen; in der Schlacht bei Prag wurde er verwundet; zum Dank für die bei Kolin geleisteten Dienste wurde er am 13. November 1757 zum General der Kavallerie, und bald darauf, am 18. Januar 1758, „in Ansehung Dero Uns und unserem durchlauchtigsten Ertzhauß zutragenden ganz ausnehmenden aufrechten Gesinnung und Ergebenheit, wie auch zu Beförderung Unseres Dienstes und Interesse bezeigenden sonderbaren Eifers und Sorgfalt, dann mehr anderer bekleidender vortrefflicher Eigenschaften“ zum kaiserlichen Feldmarschall ernannt. Wenige Wochen darauf berief ihn das Vertrauen Maria Theresia’s auf einen noch wichtigeren Posten.

Aus Anlass der kläglichen Niederlage bei Roßbach legte Prinz Joseph Friedrich von Sachsen-Hildburghausen die Stelle des Oberbefehlshabers der Reichsarmee nieder. Nun erwartete Herzog Karl Eugen von Württemberg mit Sicherheit, dass ihm das Kommando übertragen werde, doch Maria Theresia gab dem Pfalzgrafen den Vorzug, weil von ihm eher zu erwarten war, dass er in den Schranken eines kaiserlichen Offiziers bleiben werde (16. Februar 1758). Die Ernennung, die Maria Theresia durch ihren Gemahl, Kaiser Franz, ohne Befragung des Reichstages vornehmen ließ, erregte bei den Reichsfürsten und der Reichsarmee Anstoß. Als ein kaiserliches Kommissionsdekret vom 20. Februar 1758 die Erwartung aussprach, „die Wahl eines so tapferen und von so hohem und patriotisch gesinntem Hause abstammenden Fürsten“ werde von den Ständen gern vernommen werden, und zugleich den Wunsch zu erkennen gab, dass auch die Stände dem kaiserlichen Beschluss zustimmen möchten, widerstrebten fast alle evangelischen und nicht wenige katholische Reichsstände. Noch ärgerlicher offenbarte sich die Missstimmung im Heer.

Diejenigen älteren Generale, die schon bisher im Reichsdienst gestanden hatten, verließen, ob der unerträglichen Zurücksetzung grollend, einfach das Hauptquartier. „Bey der Reichsarmee sieht es recht toll aus“, meldete der hessische Reichstagsgesandte am 15. April 1758 dem Landgrafen, „dermalen ist auch der Feldzeugmeister Graf von Fürstenberg von der Reichsarmee weg, so daß also bei der ganzen Reichsarmee weder ein katholischer, noch ein evangelischer Reichsgeneral befindlich: es ist dieses in der That ein recht skandaloses Spektakul“. War ja doch die Reichsarmee von jeher vom Willen und von der Willkür einiger hundert Fürsten abhängig! War doch von ehrlichem und eifrigem Zusammenwirken der einzelnen Kontingente niemals die Rede! Und da zur Zeit die Reichstruppen überdies noch infolge ihrer Niederlage entmutigt waren und Ausrüstung und Verpflegung geradezu Alles zu wünschen ließen, war das Kommando über ein solches Zerrbild einer Armee sicherlich nicht als dankbare Aufgabe anzusehen. Ob dem Führer die Gaben des Feldherrn eigen waren, lässt sich bei der eigentümlichen Beschaffenheit seines Heeres nicht beurteilen, und in den Briefen Maria Theresia’s und des Fürsten Kaunitz werden die Fähigkeiten und der Ruhm des Herzogs so überschwänglich gefeiert, dass daraus auf die wirkliche Beurteilung kein Schluss zu ziehen ist.

Um den demoralisierten „Reichern“ einen festen Halt zu geben, wurden den Kur- und Kreistruppen, die angeblich 22.898 Mann stark sein sollten, vor Eröffnung des Feldzuges von 1758 österreichische Kerntruppen in ungefähr gleicher Stärke an die Seite gestellt. Aus dieser Verbindung erwuchs aber die weitere Schwierigkeit, dass die Generale der k. k. Truppen sich nur widerwillig dem Oberbefehl eines Reichsfeldmarschalls fügten. Aus den Meldungen des Pfalzgrafen an Maria Theresia lässt sich ersehen, dass er schon bald nach seinem Eintreffen im Hauptquartier zu Saatz in hellen Zwist mit dem kaiserlichen General Serbelloni geriet, und im nächsten Jahr bezeigte sich General Haddik, auf dessen Beistand der Pfalzgraf das „allergrößte“ Vertrauen gesetzt hatte, so widerspenstig, dass sich das kaiserliche Kabinett entschließen musste, ihn von aller Dienstleistung zu suspendieren (28. Sept. 1759).

Immerhin war die Reichsarmee unter dem Oberbefehl des Pfalzgrafen – nach dem Urteil des sachkundigen Brodrück – im Feldzug von 1758 nicht mehr wie das Jahr zuvor eine Last und eine Gefahr für die übrigen Armeen der verbündeten Mächte. Daun selbst erkannte wenigstens anfänglich an, dass seine Bewegungen durch die Hilfe des Pfalzgrafen kräftig unterstützt worden seien, wenn auch die Hoffnung des Fürsten Kaunitz, für die Kampagne in Sachsen sei „unter göttlichem Beystand viel Vergnügliches anzuhoffen“, nicht in Erfüllung ging. Der Plan, Dresden zu befreien, misslang ebenso wie die Belagerung Leipzigs. Nach der Niederlage Haddik’s am 15. November 1758 an der Elsterbrücke musste sich das Reichsheer nach Franken zurückziehen, und Friedrich Michael verlegte sein Hauptquartier für den Winter nach Nürnberg. Das kaiserliche Kabinett sprach dem Pfalzgrafen (3. November) sein Befremden aus, dass er so früh den Feldzug abbrechen wolle, während der Feind offenbar noch gar nicht daran denke, Ruhe zu halten, und vermutlich die günstige Gelegenheit zu einem Angriff auf die kaiserliche Armee benützen werde; eine so lässige Kriegführung müsse das alte Vorurteil gegen die Reichsarmee bei Freund und Feind wieder wachrufen. Pfalzgraf Friedrich Michael scheint aber seine Maßnahmen befriedigend verteidigt zu haben, denn bald darauf spendet ihm Kaunitz wieder die gewohnten Lobsprüche.

Während die Waffen ruhten, leistete Friedrich Michael schätzbare Dienste als Anwalt der kaiserlichen Sache am Münchener Hofe. Hier bekämpften sich eine österreichische und eine preußische Partei mit wechselndem Glück. Schon im März 1758 schrieb der hannöversche Reichstagsgesandte v. Gemmingen, man dürfe am Münchener Hofe gut preußisch und gut bayerisch als gleichbedeutend ansehen. Im Juni 1758 teilte die Reichskanzlei dem Pfalzgrafen mit, dass sich der Kurfürst von Bayern mit der Absicht trage, sein Kontingent abzuberufen, weil er es zur Deckung der eigenen Lande verwenden wolle und weil er sich durch verschiedene kaiserliche Anordnungen beleidigt fühle; der Reichsfeldmarschall möge aber das Kontingent nicht ohne besondere kaiserliche Genehmigung abziehen lassen. Als es im darauffolgenden Winter den Anschein gewann, dass der Kurfürst sich förmlich auf die preußische Seite schlagen wolle, begab sich Pfalzgraf Friedrich Michael nach München, und es gelang ihm, „mit vielen süßen Versprechen und auch gebrauchten Listen“ den Wankelmütigen zum Ausharren bei Österreich und zur Erfüllung seiner reichsständischen Pflichten zu bewegen. Dagegen trug sich Friedrich Michael selbst, durch den Mangel an Subordination in seinem Hauptquartier geärgert, ernstlich mit dem Gedanken, das Kommando niederzulegen, und es kostete in Wien Mühe, ihm diesen Entschluss auszureden.

Die Reichsarmee war bei Beginn des Feldzuges von 1759 bis auf 10.000 Mann eingeschrumpft und litt am Notwendigsten Mangel. Um so peinlicher musste es den Oberbefehlshaber berühren, dass der Wiener Hofkriegsrat gerade in dem Augenblick, da es galt, die Armee des Prinzen Heinrich von neuem Einfall in das Reichsgebiet abzuhalten, alle bisher mit den Reichstruppen vereinigten kaiserlichen Regimenter abrief, um sie zum Feldzug in Böhmen zu verwenden. „Ich setze mich an Ew. Liebden Stelle“, schrieb Maria Theresia an Friedrich Michael (25. Mai 1759), „und kann also leicht ermessen, wie empfindlich Denenselben die bisherige widrige Umstände zu Gemüth dringen müssen. Ich halte mich aber zugleich zu Dero Liebe für das gemeine Beste und insbesondere zu Dero Sorgfalt für Meinen Dienst zum Voraus gänzlich versichert, daß dieselbe den Nutzen meiner Entschließung in seinem ganzen Umfang einsehen und solchen nach Möglichkeit zu befördern beflißen sein werden.“ Durch die kaiserliche Anordnung geriet die Reichsarmee in schwere Bedrängnis.

Als Prinz Heinrich in Franken einfiel, musste sich Friedrich Michael bis Nürnberg zurückziehen. Erst im August konnte er, nachdem sich Marschall Contades bereit erklärt hatte, ihm den Rücken zu decken, wieder nach Sachsen vordringen. Nun gelang ihm auch ein wichtiger Erfolg durch die Befreiung Dresdens. Am 5. September 1759 übergab General Schmettau die Stadt unter der Bedingung freien Abzuges der preußischen Besatzung. Den Siegern fielen reiche Magazine in die Hände; noch wichtiger war die Befreiung der kurfürstlichen Familie; auch war durch die Übergabe Dresdens der österreichischen Hauptarmee die Möglichkeit geboten, den geplanten Rückzug aufzugeben und den Feldzug in Sachsen fortzusetzen. Damals feierte der patriotische Münchener Barde Mathias Etenhueber den Befreier Sachsens als „teutschen Hörmann“.

Auch am „Finkenfang“, an der Gefangennehmung des Corps Fink bei Maxen am 21. November war eine Abteilung der Reichsarmee unter Pfalzgraf Friedrich Michael beteiligt, während eine andere bei Torgau geschlagen wurde. Friedrich Michael trug sich abermals mit Rücktrittsgedanken, hauptsächlich weil er sich verletzt fühlte, dass ihm die kaiserliche Regierung gewissermaßen zur Überwachung den österreichischen General Serbelloni an die Seite gestellt hatte. Um ihn zu beschwichtigen, verlieh ihm Maria Theresia am 6. Januar 1760 die Kette des goldenen Vließes und am 19. Januar 1760 die höchste militärische Auszeichnung, das Großkreuz des Maria-Theresia-Ordens. Auch im Regensburger Reichstag, der sich bisher gegen die Anerkennung der vom Wiener Hofe eigenmächtig verliehenen Würde hartnäckig gesträubt hatte, wurde Friedrich Michael durch einen Majoritätsbeschluss vom 17. März 1760 zum „katholischen Reichsgeneralfeldmarschall“ ernannt. Im Feldzug von 1760 fiel seiner Armee die Aufgabe zu, das von König Friedrich bei seinem Abzug nach Schlesien in Sachsen zurückgelassene Corps Hülsen im Schach zu halten.

König Friedrich gibt in seinen Denkwürdigkeiten der Langsamkeit des Herzogs von Zweibrücken beim Vorrücken nach Sachsen die Schuld am Misslingen der Operationen Daun’s. Da die „combinirte Kaiserlich Königliche Reichsexecutionsarmee“ 31.000 Mann stark war, während Hülsen nur über 12.O00 Mann verfügte, schien ein Angriff möglich und geboten zu sein, doch das vorausgeschickte Corps Stolberg wurde bei Strehla am 18. August zurückgeworfen. Freilich konnte Hülsen seinen Sieg nicht ausnützen, ja, er musste sich gegen Torgau zurückziehen; Pfalzgraf Friedrich Michael rückte nach, und am 26. September gelang es ihm im Verein mit Haddik und Macquire, die Preußen zurückzudrängen. Nach König Friedrich’s Meinung war durch diese Niederlage sogar Berlin bedroht. Den Siegern fehlte aber der Mut zur Initiative; auch weigerten sich wieder gerade im entscheidenden Augenblick einige Reichsfürsten, den Befehlen des Obergenerals Folge zu leisten.

Nach dem entscheidenden Siege der Preußen bei Torgau am 3. November kam es zu ernstem Zerwürfnis zwischen Daun und Zweibrücken, die sich wechselseitig mangelhafte Unterstützung ihrer Operationen vorwarfen. Friedrich Michael legte nach einer stürmischen Szene im Kriegsrat sein Kommando nieder und ging nach Wien, um seine Handlungsweise zu rechtfertigen. Er erhielt jedoch nicht mehr seine alte Stellung zurück, sondern es wurde ihm das Generalkommando im Königreich Ungarn übertragen. 1763 vertauschte er diesen Posten mit dem gleichen im Königreich Böhmen. 1765 nahm er, es ist nicht bekannt, aus welchem Grunde, seinen Abschied und wollte nun nach dem Schloss Oggersheim bei Mannheim, das ihm Kurfürst Karl Theodor geschenkt hatte, übersiedeln. Während es nach seinen Angaben umgebaut wurde, nahm er Wohnung in Schwetzingen, starb aber hier – noch nicht 44 Jahre alt – überraschend schnell an Herzwassersucht am 15. August 1767. Die Leiche wurde im Karmelitenkloster zu Heidelberg bestattet, 1805 in die Fürstengruft in der St. Michaels-Hofkirche übertragen.

Herzog Friedrich Michael war, was sich nur wenigen Standesgenossen seiner Zeit nachrühmen lässt, ein guter Haushalter. Durch die Einkünfte aus der Grafschaft Rappoltstein und die ansehnlichen Bezüge als pfälzischer und österreichischer General war er in Stand gesetzt, nicht bloß die Kosten einer prächtigen Hofhaltung zu bestreiten, sondern auch seiner Familie ein namhaftes Vermögen zu hinterlassen. Pfalzgraf Friedrich Michael ist, da sein dritter Sohn Max Joseph als Erbe Karl Theodor’s am 16. Februar 1799 die Regierung Pfalz-Bayerns übernahm, der direkte Ahnherr des dann regierenden bayerischen Königshauses.

Der guten Zweibrückener Tradition, Kunst und Wissenschaft hoch zu halten, blieb auch Pfalzgraf Friedrich Michael trotz seiner vorwiegend militärischen Laufbahn treu. Er beauftragte 1750 den bayerischen Gelehrten Lori, in der Vatikanischen Bibliothek die Kataloge der von Kurfürst Maximilian I. von Bayern erbeuteten und dem Papst geschenkten Heidelberger Bibliothek einzusehen und die auf Bayern und die Pfalz bezüglichen deutschen Handschriften auszuziehen; auch seinen auf Rechnung des Glaubenswechsels kommenden persönlichen Einfluss in Rom machte er geltend, um die dankenswerte Arbeit in Fluss zu bringen.

Höfische Zeitgenossen nannten ihn den „schönsten Cavalier seiner Zeit“. Die uns erhaltenen Bilder von Desmarées und Fratel zeigen ihn als einen Mann von stattlicher Erscheinung und fürstlicher Würde.

Bibliographie

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  • Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909
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  • Trost u. Leist: Pfalzgraf Friedrich Michael von Zweibrücken und das Tagebuch seiner Reise nach Italien (1892)
  • Weiß, Jos.: Bei den Ahnen, in „Das Bayerland“, Jhgg. 1899, S. 282
  • Wuttke-Huschberg: Die drei Kriegsjahre 1756, 1757 u. 1758 in Deutschland (1856), S. 498 ff

Quelle: Karl Theodor von Heigel

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Kurpfälzische Armee im Siebenjährigen Krieg