Bataillon Rall
Chasseurs von der Armee, 1762

Landgrafschaft Hessen-Kassel

Chasseurs von der Armee im Siebenjährigen Krieg, 40 mm Zinnfiguren Prince August

Das landgräflich hessen-kasselsche Bataillon Rall der Chasseurs von der Armee war eines von vier Chasseur-Bataillonen der alliierten Armee in Westdeutschland, die für den Feldzug von 1762 aufgestellt wurden. Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel, Oberbefehlshaber im Westen, benötigte dringend mehr leichte Truppen, um im Kleinen Krieg gegen das weit stärkere französische Heer bestehen zu können. Die Abbildung zeigt Major Rall und die 1. Kompanie seines Bataillon. Die 40 mm großen, selbstgegossenen Prince August Zinnfiguren wurden mit Künstler-Acrylfarbe bemalt und für das Spielsystem Charge! einzeln auf Fußbrettchen aus 0,3 mm Eisenblech montiert.

In Rudolf Witzel’s Buch "Hessen Kassels Regimenter in der Alliierten Armee 1762" heißt es, das Ende Mai 1762 aufgestellte Bataillon Rall der Chasseurs von der Armee habe je 50 Mann von den hessischen Regimentern 2. Garde, 3. Garde, Mansbach, Wutginau, Anhalt, Gilsa, Bischhausen und Malsburg erhalten. Hinzu kam die erforderliche Anzahl Unteroffiziere und Offiziere, die zusätzlich von ihren Regimentern abkommandiert wurden. Einer der Kommandierten war Johann Gottlieb Rall; seit dem 7. Mai 1760 Major und Chef der 4. Kompanie des Infanterie-Regiments von Bischhausen, wurde er nun Kommandeur der hessen-kasselschen Chasseurs von der Armee. Herzog Ferdinand soll mit den Chasseurs so zufrieden gewesen sein, dass er ihnen schon im Juni 1762 die Auszeichnung gewährte, den Grenadiermarsch ihrer jeweiligen Nation schlagen zu dürfen. Für den Dienst bei den Chasseurs sollten nur "sicher und gute Leute choisiert" [sic] werden, die für den Patrouillendienst und das Legen von Hinterhalten speziell ausgebildet wurden. Grenadiere ersetzten ihre auffälligen Grenadiermützen durch den Dreispitz, die Mannschaften nahmen die Tressen von den Hüten ab und legten grüne Bandkokarden an. Viele Offiziere folgten diesem Beispiel, der besseren Tarnung wegen. Die Chasseurs bildeten eine Elite, die sich deutlich von Freitruppen abhob, und ihren Ersatz unverzüglich von der Armee erhielt.

Gliederung für Simulationsspiele

Die nachfolgende Gliederung im Maßstab 1:10 empfiehlt sich für Wargames mit dem Spielsystem Charge! von Brigadier Peter Young and Lieutenant Colonel James Philip Lawford. Das leichte Infanterie-Bataillon besteht hier aus dem Bataillonskommandeur und einem Feldwebel, sowie zwei Kompanien mit je einem Offizier, Unteroffizier, Spielmann, und zwölf Chasseurs. Die Zinnsoldaten sind so aufgeteilt, dass jedes der acht hessen-kasselschen Regimenter mit vier Figuren vertreten ist. Andere Simulationsspiele, wie The War Game von Charles Grant, verwenden leichte Bataillone mit 24 oder nur zwölf Figuren, abhängig vom gewählten Maßstab.

  • Major Johann Gottlieb Rall (IR Bischhausen, Nr. 4)
  • Feldwebel (IR Mansbach, Nr. 8)
  • 1. Kompanie
  • 2. Kompanie
    • Capitaine (IR Malsburg, Nr. 10)
    • Unteroffizier (IR Anhalt, Nr. 11)
    • Tambour oder Hornist (IR Gilsa, Nr. 3)
    • 3 Chasseurs (IR Anhalt, Nr. 11)
    • 3 Chasseurs (IR Gilsa, Nr. 3)
    • 3 Chasseurs (IR Bischhausen, Nr. 4)
    • 3 Chasseurs (IR Malsburg, Nr. 10)

Die hessischen Chasseurs von der Armee standen zuletzt am 28. August 1762 im Corps Luckner bei Bingenheim, und besetzten die Posten an der Nidder, zu Staten, Mockstadt, Ober- und Niederdauerheim, nachdem sie den Feind von denselben vertrieben hatten. Am 15. November 1762 wurde an der Brücker Mühle vor Amöneburg der Waffenstillstand geschlossen. Im Januar 1763, kurz vor Kriegsende, wurde Major Rall in das Garnisonregiment des Generalmajors J. L. F. v. Stein versetzt, in welchem er zum Oberstlieutenant aufrückte.

Bibliographie

  • Witzel, Rudolf: Hessen Kassels Regimenter in der Alliierten Armee 1762 (Norderstedt 2007)

Fragen und Antworten

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Hessen-Kasselsche Armee im Siebenjährigen Krieg